2 Wochen danach….

…irgendwie vermissen wir die Tour! Die Landschaften, die Leute – die Freiheit!

Zu Gast bei Freunden

Ja, das hört sich jetzt komisch an – ist halt so ein Gefühl. Die Tour haben wir immer noch nicht verarbeitet – wie denn auch, der Alltag hat uns ja erst mal wieder „gefangen“. Gut wenn einem genau das bewusst ist und man nicht einfach nur sein Alltags-Programm abspult! Uns spuken schon wieder neue Sachen durch unsere Schädel – nein, Herzen! Vielleicht mit dem Bobby-Car quer durch den Schwarzwald? Oder wir wollten schon immer mal auf hohen Bäumen schlafen. Unser letzter Gedanke war, einen YouTube Kanal zu eröffnen und euch mit auf unsere Touren durch Wälder, Büsche – was auch immer – zu nehmen.

Mit der Simme durch die Wüste?
Im Wald gibt’s immer tolle Erlebnisse!

Was würdet ihr euch denn wünschen? Was wolltet ihr schon immer mal machen? Oder fällt euch da nichts ein? Vielleicht haben wir eine passende Idee. Wir haben eigentlich immer eine!

Da könnte man doch eine Slack-Line spannen?
3300m ü. M.
Die Holzwirtschaft unter-stützen? Neeee…

Los. Schreibt mal was in die Kommentare.

Tag 19

270 km

Heute fuhren wir bei bestem Wetter in Bregenz los. Wohlwissend gleich durch das stark frequentierte „Bodensee-Nadelöhr“ fahren zu müssen! Und wenn du nur mit einem 50er Moped unterwegs bist, dann ist das eine scheiß Strecke. Also fuhren wir erst durch Lindau möglichst am See entlang, nicht auf der B31. Der Verkehr, und mittlerweile auch die Hitze, waren unerträglich und wir wollten uns um 12 Uhr mit einem Bekannten in Friedrichshafen treffen. Wir standen also schon bissl unter Druck! Und angesichts der Tatsache, dass wir heute HEIM fahren, war vorhersehbar, dass etwas passieren wird…. So kam es, dass Matze – total unter Strom stehend – auf einem Schotterweg und mit dem Handy in einer Hand navigierend, auf die Schnauze fiel und sich die Handballen aufriss! Toll!

Aua. Zum Glück der einzige Unfall auf der Tour!

Nach diesem kleinen Unfall, bei dem Gott sei Dank nichts passiert ist, wurde Matze etwas lockerer. Er rief Siggi an (der Bekannte von Matze), um ihm zu sagen, was passiert ist. Er kam daraufhin mit seiner BMW einfach zu uns gefahren und hat uns vorgeschlagen, gemeinsam nach Friedrichshafen zu fahren. Außerdem hat er gemeint, dass es stressfreier sei, mit der Fähre von Friedrichshafen nach Romanshorn überzusetzen um dort auf der schweizer Seite weiter Richtung Singen zu fahren. Also fuhren wir kurzerhand zu dritt an die Anlegestelle um festzustellen, dass die nächste Fähre erst in eineinhalb Stunden ablegt. Doch fahren! Und zwar erstmal zum nächsten Imbiss. Siggi hat uns freundlicherweise direkt dort hin geleitet, und uns eine Runde Cola und lecker Würste spendiert. Vielen Dank, Siggi! Das war Gold wert!

Siggi, Matze und ich „beim Schorsch“ in Fischbach

Danach nahmen wir frisch gestärkt die Fahrt auf der B31 auf uns. Wir kamen zügig und sicher voran. Beim Fahren „kommunizieren“ wir mit den hinter uns fahrenden Autofahrern. Wir winken diese vorbei, wenn wir meinen, dass sie uns überholen dürfen. Wir signalisieren dem Fahrer sozusagen „überhole uns, wir sehen dich“. Das klappte auch bei Gegenverkehr. So war die Fahrerei mit 50 km/h auf Bundesstraßen einigermaßen sicher.

Endspurt

So fuhren wir durch das schöne Hegau über Blumberg, Waldshut-Tiengen und Lörrach. Nach Lörrach, am Istein, überraschte uns – von hinten kommend – meine Schwester Britta mit ihrem Opel Kapitän und an Bord unsere Kinder. Wir fuhren rechts ran und nahmen unsere Liebsten in die Arme. Das war ein sehr sehr emotionaler Moment….. Dann kamen Brittas Freund Thomas, mein Freund Frank, jeweils mit Harley Davidson, und der liebe Heinz mit seinem geilen Buggy dazu. Er hatte sogar, als Schlusslicht, eine orange Rundumleute am Start. Profi! Zusammen fuhren wir die letzten 20 km – während ich das schreibe, muss ich schon wieder schlucken – im Konvoi nach Heitersheim. Wir haben uns unheimlich darüber gefreut! Unsere Frauen schlossen uns in ihre Arme. Die Tränen flossen. Der Sekt auch. Wir freuten uns sehr dieses wahnsinnige Abenteuer mit allen Erlebnissen gesund zu Ende gebracht zu haben. Wir sind so Dankbar über die tollen Menschen die wir kennen lernen durften! Danke auch an alle Autofahrer die sehr rücksichtsvoll gefahren sind.

Frank (Sutter) und Thomas auf ihren Harley‘s und dahinter meine Schwester Britta mit unseren Kindern im Opel Kapitän. Als Schlusslicht fuhr Heinz mit dem Buggy 🙂

Insgesamt waren wir 19 Tage unterwegs, 4431 km, 10 rote Ampeln überfahren, 3 mal geblitzt worden, 4 mal mit der Fähre gefahren, zu Zweit 323 Liter verbraucht (vielen Dank an unseren Freund und Sponsor EDEKA Sutter für den Sprit), 1 Ruhetag verbracht, 4 mal im Zelt geschlafen, 10 mal bei Gastgebern genächtigt, 4 mal in Pensionen. Es gab 3-4 Regentage. Wir sind im Schnitt 246 km/Tag gefahren. Das sind durchschnittlich 8 Stunden täglich im Sattel. (Nein, der Hintern tut immer noch nicht weh!)

Mal sehen was uns zwei als nächstes einfällt…..

Matze, Nicole, Sonni und ich
Mit Anna und Maximilian
Nicole, Matze und Laurin
Kapitän- Cam 🙂
Simme-Cam

Noch ein paar Eindrücke von der Tour

Matze Hopper und Björn Fonda
Beautiful Day !
Über Stock und über Stein
Fitnessprogramm AUF dem Moped

Tag 18

290 km. Die härteste Tour bisher! Morgens extreme Hitze (unter unseren Motorradjacken), nachmittags unwetterartige Regenfälle mit Sturm und Hagel, Abends Kälte und Müdigkeit!

290 km
Marie ist glücklich
Abschiedsfoto mit tollen Freunden
Denise, Matze, Matze und ich
Simson – Fans begleiten uns

Ganz ehrlich. Das Allgäu ist ein wunderschönes Gebiet, aber wir haben dafür keine Augen mehr! Der Fokus liegt immer mehr auf Zuhause bzw. erstmal auf unserem Tagesziel Bregenz. Wir fuhren nach dem Frühstück gegen 10 Uhr bei unseren Gastgebern in Unterwössen los und machten um 13 Uhr schon völlig hinüber Mittag. Temperaturen um 32 C* im Schatten plus unsere mollig warmen, schwarzen Lederjacken taten sein Übriges! Dazu kamen völlig überfüllte Straßen und Orte! Speziell in den touristischen Orten wie z. B. am Tegernsee. Tja, „Macht Urlaub Zuhause“ hat Söder doch gesagt. Wir haben unseren alten Freund Matze und seine Frau Denise getroffen mit denen wir zusammen gegessen haben. Nachmittags ging wettertechnisch dann, wie gesagt, die Post ab.

Volle Ladung abbekommen! Nachmittags ging’s ab!

Um 21:30 Uhr kamen wir völlig erschöpft bei Peggy in Bregenz an. Sie wartete schon mit leckerer Pasta auf uns, die wir nach einer heißen Dusche genießen konnten. ….und morgen geht’s nach HAUSE!!!

Auf goats.. Bei noch 35 C* im Schatten

Danke, liebe Peggy!

Tag 17

Die angenehmsten, beeindruckendsten und schönsten 244 km der gesamten Tour!

Anfangs fuhren wir an der Donau entlang durch das wunderschöne Passau. Dann verließ uns dieser wunderschöne Fluß wieder und wie fuhren weiter am Inn bis nach Kirchdorf am Inn. Dann weiter durch Tittmoning, da hat Papst Ratzinger seine Kindheit verbracht, bis nach Bad Reichenhall. Von dort an über Reit am Winkel nach Unterwössen in eine kleine Traumhütte in der wir heute, zusammen mit Kathy, Marco und ihrer Tochter Marie, übernachten dürfen.

Brücke vor Passau
Fast schon wieder „italienisch“ Tittmoning
Abhängen
Tolle Hütte!

Leute, wir sind auf der Zielgeraden. Die Mopeds haben bis jetzt keine Panne gehabt! Hatte heute mit meiner Simme sogar mal 80 Sachen auf dem Tacho. Matzes „Onkel Sepp“ läuft manchmal aus unerklärlichen Gründen bergauf schneller als bergab. Komisch 😉

Erfrischung im Zuber

Gute Nacht alle Zusammen. Morgen wollen wir eine sehr lange Tour nach Bregenz machen. Dort empfängt uns Peggy Walentin, die u.a. durch atemberaubende Stunds auf Flugzeugen bekannt wurde.

Tag 16

211 km
Heute fuhren wir durch den Nationalpark Bayrischer Wald bis kurz vor Passau. Weiter sind wir aufgrund unserer körperlichen und geistigen Verfassung nicht gekommen! Wir hatten massive Probleme damit uns zu motivieren und konzentrieren! In unseren Knochen stecken schließlich schon über 3600 km!
Die Erschöpfung merkt man uns sichtlich an. Die letzten Tage kommen auf uns zu. Und das werden wohl unsere Härtesten werden! Heimweh ist auch ein Thema! Man vermisst seine Liebsten mehr denn je. Alles Dinge die dem Körper und Geist zusetzen.

Auf 1050 m im Nationalpark

Heute übernachten wir in einem tollen Hotel direkt an der Donau.

Blick auf die Donau vom Hotel Schiffpost aus

Man wir sind echt fertig. Jetzt noch drei mal den Hintern zusammen kneifen und wir sind wieder Zuhause.
Apropos Hintern. Dieser tut uns immer noch nicht weh! In diesem Sinne. Gute Nacht.